Es ist Donnerstagabend vor dem Abschlusstraining Obernburg. Jannik Göttert bringt geschäftig einige Utensilien in die Kabine. „Ich bin mit dem Kabinenfest dran, muss noch einige Sachen erledigen“, entschuldigt sich Göttert. Er, der HSG Regio-Spieler der Saison 2024/25, ist inzwischen ein wichtiger Bestandteil im HSG-Regio-Team. Als Spielmacher quasi ein verlängerter Arm des Trainers.
Der 24jährige wohnt in Hattersheim noch zu Hause bei Mama Corinna und Papa Mathias, dazu gesellt sich Bruder Jonas, der aktuell mit viel Erfolg das Tor der HSG A-Jugend hütet. „Handballmäßig bin ich nicht vorbelastet. Meine Mutter spielte Tennis und Papa Fußball. Am Anfang gab es einige Diskussion. „Aber Mama setzte sich mit Handball durch“, lacht der gelernte Sport- und Fitnesskaufmann. „Meine Eltern unterstützen uns immer“, lobt die Nr. 10 seine Eltern. „Die stehen immer hinter uns.“
Göttert spielte zunächst beim TV Hattersheim und TuS Kriftel bevor er im ersten A-Jugendjahr den Dress der HSG überstreifte. Das zweite Jahr fiel wegen Corona aus. „Ich habe mir überlegt, wo komme ich weiter und bin bei der HSG geblieben. Als Youngster im Bol-Team „Da habe ich gerade von den erfahrenen Spielern wie Fabian (Luft) oder Sascha (Seitz)eine Menge gelernt“, schaffte der Gummersbach Fan den Sprung in das HSG Regio-Team.
Aktuell absolviert der spielstarke Rückraumspieler eine Ausbildung zum Schreiner bei Paul Müller Söhne e.K. in Kelkheim. „Ich habe schon während meiner ersten Ausbildung gemerkt, dass mir das Handwerkliche liegt und mir Spaß macht“, steht Göttert im zweiten Ausbildungsjahr.
Jannik wir haben gehört das du ein großer Fan des VfL Gummersbach bist?
Jannik: „Ja das stimmt. Die ganze Familie meiner Mutter stammt aus Gummersbach, der Heimat des Handballs. Aufgrund dessen bin ich schon immer leidenschaftlicher Gummersbach-Fan. Wenn ich von Gummersbach spreche, rede ich auch immer in der „Wir“ Form. Es macht immer wieder Spaß, mit viel Emotion, mit meiner Mutter gemeinsam die Spiele zu schauen oder vor Ort zu sein. Obwohl ich eins nicht vergesse (Jannik schmunzelt:) Es gab mal eine Talentsichtung in Gummersbach, aber weder meine Mutter noch mein Vater konnten mich begleiten. Beide waren verhindert. Es klappte nicht. Ich hätte so gerne das offene Training mitgemacht und einfach mal da Handball gespielt.“
Was macht Jannik wenn er nicht die den Ball durch die Halle wirft?
Jannik: „Viel, viel Sport. Ich spiele hauptsächlich in der Sommersaison Tennis. Gehe viel Schwimmen oder ins Gym. Früher war ich mal Stadtmeister in Hofheim im Brustschwimmen und habe im Kraul die Silbermedaille geholt. Diese Leidenschaft habe ich dank meiner Freundin Charlotte wiederentdeckt, die während ihres Studiums in Innsbruck sehr gerne geschwommen ist. Da hat mich der Ehrgeiz gepackt, da sie deutlich länger durchhält. Ich habe bestimmt Talent in vielen Sachen in sportlicher Hinsicht und will neue Sportarten ausprobieren. Die Vielfältigkeit interessiert mich eben. Neben dem Sport verbringe ich natürlich auch sehr viel Zeit mit Freunden oder mit meiner Freundin, die jetzt wieder hier ist und in Mainz weiter studiert.“
Wie siehst du die gerade laufende Saison 2026/27?
Jannik: „Wir sind ein sehr interessanter Kader. Wir sind sehr jung und auch sehr talentiert, da ist vieles möglich. Wir denken von Spiel zu Spiel. Wir können jede Mannschaft schlagen. Wir haben zwar gegen Bürgel verloren aber man hat auch gesehen was möglich ist. Wenn wir unseren Handball spielen wie wir können und alle fit bleiben, dann werden wir auf jeden Fall die Saison positiv beenden. Für mich persönlich möchte ich mit meinem Spiel der Mannschaft Sicherheit geben, gefestigter werden und in mein Spiel mehr Konstanz reinbringen. Ich möchte jemand sein auf den sich meine Nebenleute verlassen können. Ich spiele sehr mannschaftsdienlich und habe an mich einen hohen Anspruch. Wichtig ist, da bin ich unserem Trainer Tobias Schimmelbauer und Klaus Fischer sehr dankbar, dass sie mir das Vertrauen geben und dem möchte ich in dieser Saison gerecht werden.“
Jannik, vielen Dank. Wir wünschen dir und unserem HSG-Regio-Team viele Erfolge in der Saison.
Foto: wiesbadenaktuell