Montagabend, vor dem Auswärtsspiel beim designierten Meister ESG Gensungen/Felsberg. Das Training ist beendet. Eine Behandlung an der linken Ferse bei Andreas Bauer, dann ist er bereit. Jonas Lange, seit dieser Saison Spieler unseres HSG-Regio-Teams. Der 27jährige studierte nach seinem Abitur BWL und ist seit Ende 2023 als Projektkaufmann bei der Deutschen Bahn in Frankfurt beschäftigt. Seine Handballkarriere begann bei den Kleinsten der TSG Eddersheim, seinem Heimatverein. Lange ist handballerisch vorbelastet. Mama Ute und Papa Norbert spielten selbst Handball. Seine beiden jüngeren Brüder Fynn und Elias auch. Sein Vater ist seit 2017 zudem sportlicher Leiter beim Bezirksoberligisten.
Der Kreisläufer durchlief alle Jugendteams bei der TSG. Kurioses gab es auch. „In der D-Jugend hat ein Spieler der gegnerischen Mannschaft zwei Eigentore geworfen“, schmunzelt Jonas noch heute. Mit 15 trainierte er bei den Aktiven. Mit 16 in der ersten Mannschaft. Seit dieser Zeit ist der große Eintracht Fan als Kreisläufer gesetzt.“ Mein Vater stammt aus Leverkusen und drückt natürlich denen die Daumen. Ich bin aber Eintrachtler“, gibt Lange unumwunden zu.
Jonas, wir kam der Wechsel zur HSG zustande?
Jonas: „Ich war in der letzten Runde in Eddersheim einfach unzufrieden mit dem Umfeld und der Entwicklung. Ich habe Klaus Fischer, den ich aus unserer gemeinsamen Eddersheimer Zeit kenne angerufen, ob er nicht einen Verein kennt, der einen Kreisläufer sucht. Klaus hatte eine Idee und hat mir gesagt ich solle einfach mal ins Training kommen. Nachdem Probetraining bekam ich die Zusage von der HSG. Seit diesem Tag bin ich im Ländchen und fühle mich sehr wohl. Mein Papa hat es verstanden und sich mit mir gefreut. Mir aber auch gesagt, ich hätte es schon früher probieren sollen.“
Du spieltest in der BOL und jetzt gleich zwei Klassen höher. Was sind die Unterschiede?
Jonas: „Zuerst ist das eine ganz andere Physis. Die Spieler sind alle kräftiger, schneller, springen höher. Das ist eine ganz andere Qualität. Ein weiter großer Unterschied ist das Spiel mit Harz. Jeder hat hier ein gewisses Spielverständnis. Die Mannschaft hat mich super aufgenommen. Beim Abwehrspiel und bei meiner körperlichen Verfassung brauchte ich einige Zeit. Es macht einfach Spaß in unserem Team.
Was treibt Jonas außerhalb des Handballs?
Jonas: „Ich genieße die Freizeit mit meiner Freundin Jolina die selbst Handball beim TuS Nordenstadt spielt. Wir gehen gerne im Hattersheimer Park spazieren, schauen Filme oder gehen mal ein Eis essen. Dazu treffe ich mich gerne mit Freunden.“
Du trainierst auch die C1-Jugend bei der TSG. Nimmst du Übungen von unserem Trainer Tobias Schimmelbauer als Anregungen mit?
Jonas: „Ja. Auf jeden Fall. Ich nehme schon einiges mit. Nicht direkt die Übungen aber viele Prinzipien und Sachen in Bezug auf die Grundeinstellung. Ich lerne gerade in der Abwehrarbeit in puncto Strategie und Taktik einiges, was ich ins Training dann mit einbaue.“
Noch sechs Spiele, wie ist dein Blick auf das letzte Saisondrittel?
Jonas: „Ich freue mich drauf. Es sind jetzt nochmals anspruchsvolle Gegner dabei. Vor allem mit dem Kracher in Gensungen und dem Auswärtsspiel gegen Groß-Bieberau. Dazu noch zwei Heimspiele gegen Groß-Umstadt (So. 17.15 Uhr Hans-Jürgen Ortmann Halle, Breckenheim) und Pohlheim. Ich hoffe das ich mit meinen Leistungen zum Erfolg unseres Teams beitragen kann. Ich will immer gewinnen. Mir macht es viel Spaß. Die Fans unterstützen uns, sind nett aber auch ehrlich, wenn ich mich nach dem Spiel mit ihnen unterhalte. Die HSG ist ein sehr familiärer Verein. Das passt einfach.“
Foto: wiesbadenaktuell