Dienstagabend. Training in der Hans-Jürgen Portmann Halle für das HSG-Regio-Team, nach dem souveränen 29:22 Erfolg bei der SG Bruchköbel. Mit übergeworfener Sporttasche kommt Dominik Krawczak zuvor zum Termin. Bevor es losgeht steht der Neuzugang drei Breckenheimer Handballlegenden (Edgar Völker, Ernst-Walter Stemmler und Josef Oppl) Rede und Antwort. Er ist eben beliebt. Seit dieser Saison geht der in Auringen wohnende Krawczak für das Ländchesteam auf Torejagd. Dank seiner schnellen und energischen Spielweise hat sich der Linksaußen schnell in die Herzen der HSG Fangemeinde gespielt.
„Domi“ schnupperte nach seinem Abitur an der Oranienschule in Wiesbaden in die Berufswelt. Nach einem Praktikum entschied sich der „Eintracht-Fan“ im Handwerk für eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär- Heizung und Klimatechnik. Sein Ausbildungsbetrieb ist Franz Reinemer und Söhne Inh. Eckhard Franz und Stefan Reinemer in Erbenheim. Im vergangenen September zeichnete ihn die Handwerkskammer Wiesbaden als Lehrling des Monats aus. „Im Mai/Juni mache ich meine Gesellenprüfung und beginne danach ein duales Studium. Meine Chefs wissen schon Bescheid“, so Krawczak. „Die Ausbildung macht mir Spaß und ich lerne viel.“
Sportlich ist der Linksaußen voll eingeschlagen und steht aktuell mit 91 erzielten Treffern in den Top 15 der Regionalliga Hessen.
Dominik, wie und wann hast du deine Handballkarriere gestartet?
Dominik: „Ich habe mit sechs Jahren angefangen den Handball zu werfen. Mein Papa spielte auch mal Handball und Fußball. Meine Eltern unterstützen mich immer und begleiteten mich in der Jugend bei allen Spielen. Zuerst spielte ich Fußball beim FC Naurod. Das hat mir nicht so gefallen. Über Umwege und durch einen Freund bin ich dann zum Handball beim TSV Auringen gekommen. Wir waren da eine richtig gute Truppe. Das hat mir richtig viel Spaß gemacht. Ab der C-Jugend sind wir geschlossen zur SG Wallau/Massenheim gewechselt. Da waren wir unter Steffen Weber (Europameister 2004 und 80facher Handballnationalspieler) richtig erfolgreich und spielten höherklassig. Danach ging es nach Hochheim/Wicker und seit dieser Saison die HSG Breckenheim Wallau/Massenheim. Ich bin echter Mannschaftssportler. Einzelsportarten wie Tennis oder Tischtennis sind nichts für mich.“
Wie kam der Wechsel zur HSG zustande?
Dominik: „Ich kannte einige Spieler und spielte mit Jakob Kiedrowicz, schon zusammen. Ich wollte einfach eine neue Herausforderung, noch mal eine Liga höher spielen mit Harz. Ich habe mir den Schritt immer zugetraut, kam aber immer mal ins Grübeln, bedingt auch durch die großen Fußstapfen von Timo Treber. Ich wollte als junger Spieler spielen, das ist wichtig und für die Entwicklung gut. Als Timo nach Münster wechselte, war klar ich mache es!!!“
Was ist der Unterschied zwischen Oberliga und Regionalliga?
Dominik: „Da sind viel mehr Schnelligkeit und Tempo in den Partien. Auch das Spiel mit Harz ist ein ganz Anderes. Die Erfahrung von den Spielern ist enorm. Es gibt in der Liga viele Spieler die schon Bundesligaluft schnupperten. Die Schere zwischen beiden Ligen geht schon weit auseinander. Das merkt man besonders an den Aufsteigern die alle unten drinstehen.“
Was macht Dominik außerhalb des Handballs?
Dominik: „Ich mache was mit Freunden und viel mit meiner Freundin Feline. Betätige mich mit sportlichen Aktivitäten. Mir macht alles Spaß was mit dem Ball zu tun hat, vor allem Fußball. Seit Neuestem spiele ich, wenn ich Zeit habe mit ein paar Kollegen die Trendsportart Padel-Tennis. Im Winter fahre ich gerne Ski. Ich schaue gerne Fußball oder gehe als Fan zur Eintracht Frankfurt ins Stadion. Durch meinen Vater bin ich Frankfurt mäßig vorbelastet. Eine hohe Priorität genießt natürlich, gerade in der Endphase, meine Ausbildung.“
Was ist in der Rückrunde für uns noch möglich?
Dominik: „Wir stehen aktuell auf dem vierten Tabellenplatz. Wir hatten einige Niederlagen zu verkraften, haben wieder gut reingefunden und zuletzt ordentlich Selbstbewusstsein getankt. Ich denke, wenn wir gegen Mannschaften die mit uns auf Augenhöhe sind, wie Baunatal (ein Schlüsselspiel), besonders nach der Hinspiel Niederlage gewinnen, ist noch einiges möglich. Wir sind eine echte Einheit. Wir wollen weiter unsere Leistung bringen mit Tempo agieren und auch den Willen und den Biss bis zum Schluss beibehalten. Es darf aber kein weiteres Verletzungspech mehr hinzukommen, das hat uns in dieser Runde schon ordentlich getroffen. Unsere Fans helfen uns und unser Trainer Tobias Schimmelbauer und Klaus Fischer leisten hier wirklich viel und bringen uns weiter.“
Dominik vielen Dank für das Gespräch. Dir und der Mannschaft viel Erfolg gegen Eintracht Baunatal und für die noch ausstehenden Spiele.
Foto: wiesbadenaktuell