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Yannick Sinnecker: „Ich bin ein sehr kreativer Kopf.“

Es ist Dienstagabend. Gerade fährt Julia Taubitz, bei der Olympiade, im Rodeln für Deutschland zu Gold. Wir treffen uns, vor dem Training, nach dem Sieg gegen den TSV Vellmar. Yannick Sinnecker, 30 Jahre und seit drei Jahren Spieler beim HSG Regio-Team. Der sympathische flexible Rückraumspieler ist eine feste Größe im HSG-Regio-Team. Sinnecker ist einer der gut antizipiert und das Handballspiel ohne Zweifel versteht. Beliebt bei der HSG-Fangemeinde, sammelt der studierte Architekt in Darmstadt erste Berufserfahrung bei Machholz Kummer einem Büro für Architektur und Denkmalpflege. In der viertgrößten Stadt Hessens wohnt der gebürtige Rheinländer gemeinsam mit seiner Freundin Melina.“  

Wie bist du zum Handball gekommen?

Yannick: „Eigentlich durch meine Eltern, die beide Handball spielten. Mein Zwillingsbruder Fabrice und meine Schwester Jaqueline haben auch den Ball geworfen. Mit vier Jahren habe ich angefangen, also spiele ich nun stolze 26 Jahre Handball. Mein erster Club im Heimatort war die Turnerschaft St. Tönis. In der C-Jugend habe ich zu Weihnachten ein Handballostercamp in Dormagen geschenkt bekommen. Durch den damaligen Trainer und Breckenheimer Jörg Bohrmann sowie Pascal Mahe (Vater des 173fachen franz. Nationalspielers Kentin Mahe) bin ich nach Dormagen gewechselt. Jörg hat mich dann mitgenommen zum DHC Rheinland, danach bin ich bei ART Düsseldorf gelandet und habe noch zwei Jahre A-Jugendbundesliga und bei den Aktiven (3.Liga) gespielt. 2018 der Umzug aus Studiengründen nach Darmstadt, verbunden mit dem Wechsel zum TuS Griesheim, unterbrochen für ein halbes Jahr bei der HSG Nieder-Roden (3. Liga). Danach musste ich aufgrund einer Knieverletzung lange pausieren. Ich bin dann mit der TuS Griesheim in die Oberliga aufgestiegen und seit 2023/24 bei der HSG Breckenheim Wallau/Massenheim.“

Unsere HSG Fans wählten dich gegen Petterweil zum MVP, was bedeutet dir das?

Yannick: „Es freut mich natürlich. Andererseits weiß ich, dass die Abwehrarbeit nicht so gewürdigt wird. Die Tore bekommt man als Zuschauer eindeutiger mit. Es freut mich, aber die Relevanz sehe ich nicht so.“

Was machst du außerhalb des Berufes und Handball?

Yannick: „Also ich bin ein sehr kreativer Kopf. Ich habe 2020 angefangen ein Buch, ein Thriller, zu schreiben, da mache ich immer mal wieder was, in der Hoffnung, dass sich ein Verleger findet, der es veröffentlicht. Ich male gerne mit Acrylfarben, habe auch lange Zeit Musik gemacht und Keyboard gespielt. Das ist aber eingeschlafen. Ich schreibe auch gerne mal Gedichte, was meiner Gefühlslage zu Gute kommt. Dazu kreiere ich kleine lustige Songs, die aber privat bleiben. Ich gehe mit meiner Freundin Melina, die aus Augsburg stammt, gerne in den Bergen wandern. Das macht Riesenspaß. Meine weiteren sportlichen Aktivitäten in der handballfreien Zeit beziehen sich auf das Schwimmen oder Bouldern (Klettern ohne Seil an Felsblöcken, Wänden in Absprunghöhe). Ich spiele gerne Squash und fahre Rad mit meiner Freundin. Im letzten Sommer habe ich den Sportbootführerschein gemacht. So kommt viel zusammen, was man mit Freunden unternehmen kann.“

Wie würdest du unser HSG-Regio-Team charakterisieren?

Yannick: „Ganz oben stehen der Zusammenhalt und die Leidenschaft, für den Sport zu brennen. Es ist sehr harmonisch im Team und eine unglaublich gute Kombination aus jungen und etwas älteren stärkeren Charakteren, die einen, wenn nötig, auch mal zurecht zupfen. Es liegt nie etwas in der Luft was nervt. Auch wenn wir wie in der Vorrunde, viermal verlieren, ist die Stimmung nie schlecht. Jeder freut sich den anderen zu sehen. Es macht Spaß. Dazu arbeiten Tobias Schimmelbauer und Klaus Fischer an unseren Fähigkeiten um diese voranzutreiben und weiter zu entwickeln. Eine herrscht eine tolle Geschlossenheit. Es wurde mir einfach gemacht reinzukommen. Es ist ein Team!!! Das ist sehr wertvoll. Man merkt bei einigen dazu noch eine hohe Identifikation und Engagement für die HSG und unsere Fans.Das ist keine Söldnertruppe sondern eine große Familie.“

Wie ist deine Einschätzung für die Rückrunde?

Yannick: „Wir haben jetzt erst Mal ein paar „Muss-Spiele“. Wir haben es letzte Runde nicht in der Konstanz geschafft gegen unterschiedliche Teams zu spielen. In dieser Saison haben wir die Mannschaften hinter uns besiegt, haben aber vergessen gegen die Oberen zu gewinnen. Wenn wir das in der Rückrunde hinbekommen, sollte ein dritter Platz möglich sein. Wir haben einige von den schweren Gegnern jetzt zu Hause. Die sollten wir gewinnen. Es darf sich aber keiner mehr verletzen. Wir sind aktuell schon dünn besetzt. Am Anfang der Saison habe ich mich gefreut. 17 Spieler klingt gut. Gegen Obernburg waren wir noch acht Feldspieler plus Botzi und unser Trainer. Das ist schon schwierig. Damit hat keiner gerechnet. Aber dennoch denke ich sollten wir schon angreifen.“

Zu Beginn der Runde waren die Haare kurz, jetzt spielst du mit einem Haarband. Was ist der Hintergrund?

Yannick: „Eine Freundin aus meiner damaligen WG war damals neidisch auf mein dichtes Haar und sagte spende die doch einfach mal. Während Covid habe ich sie dann wachsen lassen und gespendet. In unserer neuen Wohnung brauchte ich beim Schneiden Unterstützung durch meine Freundin. Da wir beide zeitlich stark eingespannt sind, fand sich noch kein Zeitpunkt. Also lasse ich sie wieder wachsen und spende sie an Perückenhersteller für die Kinderkrebshilfe. Die Haare wachsen schnell. Zum Ende der nächsten Saison im Mai, Juni kommen sie höchstwahrscheinlich wieder ab. Natürlich wieder als Spende für einen guten Zweck.

Vielen Dank Yannick. Wir wünschen dir und der Mannschaft eine erfolgreiche Rückrunde.