Exakt um 00:34 Uhr landeten die HSG- Himmelstürmer wieder im Ländchen. Im Gepäcknetz des Busses waren zwei Punkte im Kampf um Platz 3. Abgeräumt gegen den Konkurrenten im Kampf um den Platz hinter Meister Münster. Dank einer fulminanten Leistungssteigerung im zweiten Abschnitt siegte die HSG Breckenheim Wallau/Massenheim gegen die ESG Gensungen/Felsberg verdient mit 33:30 (13:17). Eines vorweg: Für alle daheimgebliebenen oder Livetickerseher: Ihr habt was verpasst!!!
Dabei versuchten die Gastgeber mit vielen Mitteln, den Gast zu beeindrucken. Ob Feuerwerk oder Appelle an die Mannschaft von Trainer Fynn Welch: „Wir sind den Fans ein gutes Spiel schuldig.“ Am Ende stand die ESG mit leeren Händen in der Halle. „Wir haben in den ersten 35 Minuten eine gute Reaktion gezeigt. Die letzten zwanzig Minuten sind unerklärlich. Wir haben zu viele Fehler gemacht und am Ende hat die Kraft gefehlt“, war Welch sichtlich enttäuscht.
In der Tat. Die erste Hälfte gehörte den Hausherren. Bereits nach acht Minuten nahm HSG-Trainer Tobias Schimmelbauer eine Auszeit. Deutlich und mit klaren Worten rüttelte der HSG-Coach die Mannschaft wach. Zu viele Schwächen in Abwehr und Angriff kennzeichneten das Spiel der Gäste. Die Fehler nutzten die starken Nordhessen in Gegenstößen und über Kreisanspiele gnadenlos aus. Einzig Dennis Quandt stemmte sich mit seinen Paraden gegen das drohende Unheil. Im ersten Akt waren es bereits zehn gehaltene Bälle. In der 19. Minute erzielte Sonnenschein das 13:7. Zum Glück traf Tom Klein mit einem Doppelschlag zum 17:13 Pausenstand. „Das beste an der ersten Halbzeit ist das Ergebnis“, haderte der sportliche Leiter der HSG Gilles Lorenz mit der Leistung.
Im zweiten Abschnitt kam die Ländchescrew von Minute zu Minute besser in die Partie. Trotz der Zeitstrafe gegen Klein und dem 21:15 (34.) durch Otto, steigerte sich der Gast zu einer phänomenalen Vorstellung. Die Abwehr und nun bissig und aggressiv. Fast jeder Zweikampf wurde gewonnen. Lucas Lorenz und Henry Gottron rührten im Zentrum ordentlich Beton an und dahinter war Keeper Quandt weiterhin voll im Soll. Im Angriff nahm Jannick Sinnecker den Taktstock vollends in die Hand, inszenierte gemeinsam mit dem angeschlagenen Jannik Göttert schnelle und präzise Angriffe. Auf alle Schachzüge, nun eine passende Antwort im Sortiment. Ob Beer, Stamm, Crecelius, Botzenhardt, Klein oder Timo Treber der durch seine Störfeuer, die Unsicherheit der Gastgeber zusätzlich in die Höhe trieb, der Gast bestimmte die Partie. Binnen zehn Minuten münzte das HSG-Regio-Team einen sechs Tore Rückstand (21:15), in eine 24:23(45.) Führung, durch Crecelius, um. Das Spiel glich einem Ritt auf der Rasierklinge. Die HSG obenauf. Klein und Lorenz markierten das 28:26 (54.). Die Halle mucksmäuschenstill. Der Gast spielte den heimischen Anhang nahezu mundtot zumal Botzenhardt und Co. auch auf der physischen Schiene nun klar im Vorteil waren. Vince Schmidt setzte einen Strafwurf übers Gehäuse und im Gegenzug feuerte der agile Henry Gottron die Kugel zum 33:30 ins Netz, sorgte für das Ausrufezeichen hinter einen verdienten Erfolg – den Ersten übrigens beim Traditionsclub.
Ausgelassen hüpften die HSG-Akteure beim Abpfiff über die Platte. „Wir haben sie ein bischen angefüttert“, erklärte Timo Treber mit einem leichten Lächeln. Er wusste genau wie leidenschaftlich jeder seiner Kollegen kämpfte und wie viele Hindernisse das Team, in der spannenden und emotionalen Partie, aus dem Weg räumte.
Zufrieden zeigte sich auch HSG Trainer Tobias Schimmelbauer: „Ein Spiel mit Höhen und Tiefen. Wir haben am Anfang nicht das umgesetzt was wir uns vorgenommen hatten. Ich muss meiner Mannschaft für die zweite Hälfte ein Kompliment machen. Wir haben an einigen Stellschrauben gedreht und das hat funktioniert. Wir haben das dann super umgesetzt. Am Ende war die Verunsicherung beim Gegner zu spüren.“
Es spielten: Quandt, Schermuly, Schaeffter 1, Crecelius 3, Stamm, Klein 6, Treber 5, Göttert 1, Gottron 5, Beer, Botzenhardt 3, Lorenz 1, Sinnecker 8/1, Zuber
Zuschauer: 450
Schiedsrichter: Ekk/Walter (LV Hessen)
Spielfilm: 1:0 (1.), 4:2 (5.), 6:3 (8.), 10:6 (12.), 11:7 (14.), 13:7 (19.), 15:11 (26.), 17:13 – 19:14 (33.), 21:15 (36.), 21:18 (38.), 21:20 (41.), 22:23 (43.), 24:25 (48.), 26:26 (53.), 28:30 (56.), 30:33
Foto: privat